Sonntag, 8. März 2015

Training in Gao Ba gua - einige Gedanken

Im Gegensatz zu vielen Sportarten braucht es mehr Trainingszeit um in einer Kampfkunstdisziplin wirkliche Fortschritte zu erzielen. Nur schon das Beherrschen der Grundlagen, der Basis, erfordert mehrere Jahre regelmässiges Üben. In meinen 36 Jahren Kampfkunsttraining habe ich Vieles gesehen und Eines, das auffällt ist, dass die KK-Training ganz eigenen Gesetzen folgt; denn egal welche Sportart oder Bewegungskunst ich vorher betrieben habe, schon die einfachste Position wie z.B. die Pferdestellung (Ma Bu) bereitet selbst gut Trainierten - ob Yogis oder Pilatstreibende - immense Schwierigkeiten. 
Seit der inflationären Verbreitung von unbewaffneten Kampftechniken in vielen Machwerken aus Hollywood erfreuen sich die KK-Disziplinen einer grossen Bekanntheit und Verbreitung. Nimmt man unser Informationszeitalter dazu mit seinem wichtigsten Exponat, dem Internet, das jeden befähigt in allem ein Experte zu sein, erhalten wir ein sehr verfälschtes Bild dieser z.T. sehr alten Systeme, das selbst Betreibende der einzelnen Disziplinen -meist aus Ignoranz -  aufrechterhalten. Die meisten Trainierenden hören innerhalb weniger Monate oder Jahre auf: zu mühsam ist dieser Weg vor den die Götter viel Schweiss und Durchhaltevermögen gesetzt haben. Oder wenden sich modernenen Methoden zu, wie z.Zt. einem israelischen Derivat, das „Selbstverteidigungsfähigkeiten in kürzester Zeit“ anpreist und dabei mit einem Mix aus ansprechendem Outfit, viel Fitness sowie beeindruckenden schnellen Bewegungen blendet - und dies alles ausgeführt von meist sehr gut trainierten, muskelbepackten jungen Männern. 
Trotzdem bleibt Mensch Mensch und das Erlernen von Bewegung braucht seine Zeit: Es gibt keine Shortcuts…
Der erste Schritt um nicht nach kurzer Zeit frustriert das Handtuch zu werfen ist die Frage nach der eigenen Motivation: was bringt mich dazu ein KK Training aufzunehmen ? Schon diese eigentlich auf den ersten Blick einfache Frage kann einem viel  Zeit und Mühe ersparen, denn je nach  Antwort gibt es Disziplinen, die geeigneter sind und solche, die in eine Sackgasse führen.
Die Hauptgründe um eine KK zu beginnen sind:
  • Sicherheit und Selbstverteidigung
  • Fitness und Gesundheit, Wettkampfgedanke
  • Die meditativen und spirituellen Aspekte
  • Eine innere Berufung („mich hat das immer schon interessiert….“)
Oft handelt es sich um eine Kombination obiger Punkten. Steht einer dieser Gründe im Vordergrund ist die Sache relativ einfach, denn man sucht sich dann ein System, welches diesen Anspruch abdeckt oder es zumindest verspricht.
Hat man „sein System“ identifiziert, dann ist die Regelmässigkeit, das A und O. Gerade klassische Kampfkünste, wie unser Gao Ba gua oder die japanischen Ryu-ha machen es einem nicht unbedingt leicht: Es sind Relikte aus alter Zeit, völlig ohne Ambitionen viele Menschen auf einmal zu trainieren oder dem Lehrer seinen Lebensunterhalt zu ermöglichen.
Gerade das Gao Ba gua nach Hung I Mien ist eines der letzten kompletten chinesischen Kampfkunstsysteme - zumindest innerhalb der Familie der Nei jia quan - und daher eine wahre Kostbarkeit, die nicht einfach in einer der vielen Kampfsportschulen kommerzialisiert werden sollte. Ein komplettes System bedeutet nicht, dass man dadurch unbesiegbar wird oder dass es die beste und einzige Kampfkunst auf diesem Planeten ist, sondern, dass dem Ganzen zum einen eine inherente Logik innewohnt, die sich von der ersten Bewegung der 24er Form bis zur letzten Bewegung der „Auxilary palms“, den Waffentechniken und den meditativen, sowie spirituellen Prinzipien wie ein roter Faden durchzieht. Zum andern besitzt ein komplettes System eine Pädagogik, die sich nach und nach während des Trainings entfaltet und dafür sorgt, dass jede einzelne Bewegung, - vom beginnenden Handflächenschlag in der Pferdenstellung an - aufeinander aufbaut und hilft die kommenden Konzepte zu verstehen und sie ins eigene Üben zu integrieren. Und dies nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch im taktischen, psychologischen und spirituellen Bereich.
Der Schlüssel  zu diesem Verständnis liegt wiederum im konstanten Üben: gerade die chinesischen Systeme sind durch ihre Formenlastigkeit so aufgebaut, dass sie ideal für das Einzeltraining sind. Wieviel Zeit man dafür investieren möchte ist individuell - ob eine Stunde oder einige Minuten; es kann nicht oft genug betont werden, wie wichtig das regelmässige Üben ist. Das wöchentliche Training selbst kann man dabei mit Instrumentalunterricht gleichsetzen: es dient der Korrektur und neuen Inputs. Die eigentliche Arbeit passiert zuhause. Teilnehmende, die „lediglich“ zu den Trainingseinheiten erscheinen, geben entweder von selbst irgendwann auf oder werden gebeten die Gruppe zu verlassen: mit ihrer fehlenden Motivation verschwenden sie nicht nur ihre eigene Zeit, sondern auch die Zeit der ganzen Gruppe und des Lehrers.

Am besten setzt man sich für sein eigenes Training einen fixen Zeitraum, das heisst nach Möglichkeit übt man immer zur selben Tageszeit. Aus dem Mentaltraining weiss man, dass die Verankerung von neuen Gewohnheiten 29 Tage in Anspruch nimmt. Schafft man es 29 Tage am Stück zu üben, wird man feststellen, dass sich eine Routine etabliert hat, die es einem einfacher macht Zeit für Ba gua zu finden. Wie lange sollte man üben ? Diese oben bereits gestellte Frage lässt sich einheitlich nicht beantworten. Jeden Tag eine Stunde zu investieren ist für die meisten Praktizierenden illusionär und kann dafür sorgen, dass man nach wenigen Tagen entnervt aufgibt. Am besten startet man mit zehn Minuten in denen man einerseits die Bewegungen eins bis fünf aus der 24er wiederholt und andererseits (falls Raum vorhanden) den Kreis läuft mit den beiden grundlegenden Wendungen: innen oder aussen. Mit der Zeit steigt auch die Anzahl der Bewegungen, die man kennt und übt - bis dahin allerdings sollte man unabhängig von Tageszeit und Alltagsverpflichtungen natürlich Raum finden fürs eigene Bagua Training.

Mittwoch, 11. September 2013

Carlos und der Kampfsport

Kürzlich beschäftigte ein 17jähriger Gewalttäter die ganze Schweiz: die Rede ist von "Carlos, dem Messerstecher" wie er von den Medien auch genannt wurde.
Ein Aufschrei ging durchs Land, als von den Kosten gesprochen wurde - Carlos`Opfer , u.a. ein Jugendlicher, dem er im Juni 2011 in Zürich am helllichten Tag ein Messer in der Rücken gerammt hat, blieben lediglich Statisten im Medienrummel....

Es liegt mir fern mich hier über unser Strafsystem, Resozialisierungsversuche oder gar Ethisches auszulassen. Dies wurde in den letzten Tagen genügend von offiziellen oder gar selbsternannten "Experten" besorgt. Zudem bin ich weder Jurist, noch Sozialarbeiter oder Jugendtherapeut.
Aber als jemand, der sich seit über drei Jahrzehnten mit Kampfkünsten und deren Auswirkung auf den Einzelnen beschäftigt - und zwar praktisch und theoretisch, möchte ich auf die aktuelle Debatte "macht Kampfsport gewalttätig" in Form dieses Beitrags eingehen.

Seit Jahren beschäftigt die Frage, ob denn Training von Kampfsportarten aggressiv mache immer wieder die Öffentlichkeit. Mittlerweile findet man zu beiden Positionen mehr als genug Studien um sich mit "wissenschaftlichen" Argumenten zu wappnen um so seine eigene Meinung zu untermauern. Zwei Beispiele wären "Promoting self regulation through school based martial arts training" von Kimberley D. Lakes und Wiliam T. Hoyt als Argument für Kampfsporttraining mit Jugendlichen und eine Studie von Martin Killias (Kriminologisches Institut der Universität Zürich) von 2009 in dem angeblich "bewiesen" worden sei, dass jugendliche Kampfsportler häufiger gewalttätig werden, als solche, die z.B. Mannschaftssportarten ausüben.
Die grösste Boulvardzeitung der Schweiz titelte zudem "Jugendanwalt zahlte einem Mutterprügler
Samurai-Kurse". Der letzte Ausdruck weckte schliesslich mein Interesse.
Ein Samurai - übersetzt "Dienender", war der Angehörige der japanischen Kriegerkaste, welche die Geschicke Japans über Jahrhunderte hinweg dominierten, bis Sie 1868 durch die Meiji-Restauration aufgehoben wurde.
Noch heute werden v.a. in Japan gewisse Kampfdisziplinen verschiedenere Samurai-Familien, sogenannte "Ryu-ha" trainiert. Vor allem Ryu-ha, die Schwertkampf ins Zentrum stellen sind weiterhin beliebt. Was man sich in der Schweiz unter Samurai-Training vorstellen muss, ist mir jedoch schleierhaft. Rumrennen im Kimono mit billigen Schwertreplika, wie sie im besagten Zeitungsartikel abgebildet waren ? Vor allem, wenn man später aus den Medien erfahren konnte, dass es sich bei diesem Samurai-Training um Thai Boxen handelt.
Ein jugendlicher Straftäter extrem gewalttätig und angeblich nicht sozialisierbar erhält intensives Thai Box Training von einem mehrfachen Weltmeister in dieser Disziplin, der jedoch selbst mehrfach vorbestraft ist.
Kommen wir zurück zu der gegenwärtig wieder heiss diskutierten Frage, ob "Kampfsport" aggressiv macht oder nicht. Das Problem liegt hier beim Begriff "Kampfsport".
Damit werden alle möglichen Formen des unbewaffneten und bewaffneten Kampfes in einen Topf geworfen. Somit findet sich das heute vor allem als Gesundheitsystem praktizierte Tai chi neben dem Vollkontaktsport Thai Boxen, Mixed Martial Art neben japanischem Kendo (Sportfechten) und die olympische Disziplin Judo neben exotischeren Formen wie dem russischen Systema. Das Kampfsport nicht gleich Kampfsport ist, verstehen sogenannte "Experten" erst, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass Tischtennis und American Football kaum Berührungspunkte haben, ausser dass etwas Rundliches durch die Luft befördert wird....
Schaut mal also beim Begriff "Kampfsport" genauer hin, wird sofort klar, dass die Frage nach der Aggressionssteigerung pauschal gar nicht beantwortet werden kann - sondern nur individuell.
Einerseits gibt es Systeme, die von ihrer Konzeption her dynamischer und aggressiver sind und solche, die einen eher defenisveren und empfangenden Charakter aufweisen. Diese Unterschiede liegen übrigens meistens in der Entstehungsgeschichte des jeweiligen Kampfsports begründet.
So gibt es also für jeden Menschentyp und jedes Bedürfnis den geeigneten Kampfsport (wobei der Begriff "Kampfsport" ebenfalls kritisch zu beäugen ist...). Würde ich einen jungen Straftäter in ein Thaiboxtraining schicken ? Müsste ich das Ganze nur unter dem Aspekt des Systems beurteilen, würde die Antwort ganz klar "nein" lauten - Thaiboxen oder Muay Thai ist eine schlagende Vollkontaktdisziplin, in der nebst den Fäusten auch Ellenbogen und Beine - v.a. die sogenannten "Low Kicks" (Schienbeintritte zum Oberschenkel) eingesetzt werden. Ein dynamischer, harter Kampfsport, der von den Praktizierenden ein beträchtliches Mass an körperlicher Fitness und Durchsetzungsvermögen verlangt. Für einen jungen Mann wie Carlos aber unter Umständen nicht das Richtige: sobald Schläge in einem sportlichen Wettkampf eingesetzt werden, steigert dies die Aggression. Anders bei ringkampfähnlichen Kampfsportarten wie Judo, Brasilian Jiu Jitsu, Schwingen oder eben Ringen. Schon das Beobachten der Natur lehrt uns, dass viele Säugetiere als Jungtiere ringen.
Dabei geht es nicht nur um das Dominieren des Andern durch Wurf, Hebel oder Festhaltetechniken, sondern um eine andere Erfahrung des Gegenübers.
Bei schlagenden Systemen besteht eine Distanz zwischen mir und meinem Gegner. Der leere Raum wird durch explosive Kraft gefüllt, die das Ziel hat meinen Gegner niederzustrecken. Beim Judo beispielsweise bin ich mit meinem Gegner auf engster Tuchfühlung - gerade für junge Menschen eine wichtige Erfahrung in einer an sich distanzierten und weitgehenden ent-körperlichten Gesellschaft.
Daher wäre das Training eines Ringkampfsystems für den jungen Carlos wohl die bessere Alternative: körperlicher Fitness wäre hier genauso gefordert wie Durchsetzungsvermögen, aber der dauernde Körperkontakt kann gleichzeitig auch Sozialisierung sein.
Ich wähle hier bewusst den Begriff "kann sein", weil nicht nur das System ausschlaggebend ist, sondern eine genauso wichtige Rolle spielt die Person dahinter: der Trainer oder Lehre.
Ein Kampfsportlehrer sollte idealerweise jemand sein, der seinen Schützlingen die richtige Geisteshaltung beibringen kann, wenn es um den Umgang mit ritualisierter Gewalt geht - denn genau das ist jede Kampfsportart in ihrer Essenz. In den Händen eines ausgeglichenen Trainers, der ein gewisse geistige Reife aufweisen kann, könnte auch eine eher aggressive Disziplin wie das das Thai Boxen durchaus ein Weg sein um jugendlichen Straftätern auf diesem Wege zu helfen und zu ihrer Sozialisierung beizutragen.














Dienstag, 1. März 2011

An Interview with Allen Pittman, USA




Could you introduce yourself to the Swiss and German audience, from your beginning to where your path has lead you ?
At birth I was sickly and premature having damage of all organs except the brain. I began karate (Tae kwon do) at 11. At 15 I began study of the Nei Chia or "Inner Arts" of China with Robert Smith who is a pioneer and one of the first teachers to bring Tai chi to the U.S. That was seven years. . At 23 I went to Taiwan to study with Hung I-mien as live-in student. Also studied with sons of Chen Pan-ling and Wu Shao-lin. That was two years.
All of my Chinese Martial Arts represent pre-communist martial art which went to Taiwan during revolution. I was granted permission to teach from all my teachers and learned under their direction. I invented nothing. I listened. So my art represents a line of "craft" or "art" which is handed down directly. I studied mostly privately with all my teachers so teaching was direct and not very political and the group dynamic was very small.
At 26 I began cross study of Fencing and other arts (Judo, Aikido, Aikijutsu, Thang Tha, Kalari etc) always comparing with Chinese Tradition. This included private and group study. Also I was teaching at this time with time to experiment. This included my ten year study with wrestler Tim Geoghegan. Tim taught me the Celts had what the Asians had and he introduced me to intelligent weight training and to specific Yoga practices from both Asia and Eastern Europe. He also taught me healing techniques. Because I too am Celt this was important.
At 26 I began cross study of Fencing and other arts (Judo, Aikido, Aikijutsu, Thang Tha, Kalari etc) always comparing with Chinese Tradition. This included private and group study. Also I was teaching at this time with time to experiment. This included my ten year study with wrestler Tim Geoghegan. Tim taught me the Celts had what the Asians had and he introduced me to intelligent weight training and to specific Yoga practices from both Asia and Eastern Europe. He also taught me healing techniques. Because I too am Celt this was important.
And so even when I teach Chinese martial arts I teach as a Celt. So I have no "parrat" no posing...just very direct. Some people find my simplicity very confusing
Hung I-mien and Tim were both traditional healers. Tim was an osteopathand Hung was the Chinese equivalent. Besides two these I studied Ba-gua with Rose Li- from Beijing- but was teaching in Manchester and London. Rose Li's teacher Teng was senior to Sun Lu-tang and that group of intellectuals in Beijing who began to popularize and modify Nei chia...so I have considerable knowledge of Chinese martial arts before Mao Tse-tung. This is something many Chinese are not clear about. Rose Li was also a woman. And this gave me some additional insight into the art.
Without wasting time it is clear to say I have had about ten teachers in six countries but the one's I mention are the most important. This does not include historical reconstruction of ancient Greek Warfare and other creative endeavors which come out of traditional study but are my own creations- however, based on known facts.

Could you tell us more about Hung I Mien and Tim Geogheagan ?
Hung was a rustic-non intellectual, a traditional man in an old part of an old port. He knew no English and little Chinese. He was abrupt, direct and did not waste time. Some people thought he was an old fool. If you went to study Gung-fu with him the neighbors would say they did not know him because he was protected by his neighbors from outsiders.
His knowledge of the human body was experiential not theoretical and he made a living as a bone -setter. He was the number one student of his teacher from Tienching, China. Hung was always willing to fight anyone even in his 60s. He had some poetic feeling in his awareness as he had survived island warfare in WWII. He was also a spy during the war. He believed my relationship to him was predestined and karmic. We became very close and eventually I was treated as a family member. He gave me the name "Blue Pine tree"...

Tim's history included being a Circus strongman, wrestler, boxer and Osteopath. He also studied Acupuncture and jujitsu from a Buddhist monk in the 1940s. Eventually he traveled around the world and was initiated by the Bektashi Sufis and studied yoga in Ireland and India. He was also a hypnotist. Later he became a student of Nicoll who represented Carl Jung in London as well as Gurdjieff

What do you mean by “tactical” approach?
I mean the hands and body learn by touching. All mammals have this in infancy. The human being has to learn it. Most "martial arts" have a dominance and abuse element which shows the teachers do not understand it. The mother bear does not hurt the baby bear when she shows it how to fight. She only gives it the correct feeling of encounter. The best teaching is gentle and clear. So many students have been abused by parents or teachers this has become an issue to me. We have forgotten how to teach martial arts and everything else too. Correct touch is key. I learned this as a massage therapist or Kine too.
It also mean that the most significant variables in the martial arts are arranged according to target. All intent, geometry of movement, trained responses describe a line or curved line to a target. These days martial arts as a rule are centered on form or traditional pedagogy. One must know culture or anthrolopology to make sense of movement. Sports are not martial arts because the targets are different. Martial =mars=war=kill. To kill is the intent of martial arts. Philosophy is generated out of the killing intent by asking the question of "Why kill them?"...so first is the killing intent then the way to do it. After that the question naturally arises---"Why do I want to kill him?" this question then begins self examination of personal motive.
Philosophy begins with the question "What am I? What is my motive?"...it is the best way to begin living. Self Examination. Martial Arts is backwards. First is "How do I kill them?" then when one feels secure enough in one's own power and ability to kill---then one feels comfortable in asking the question-"Why am I doing this"...Martial Arts is a brother of Hunting. So first you learn to kill and eat--- then you can philosophize. If someone is trying to kill you it is time to respond quickly. After that you can take time, become philosophical and understand what happened.
Now that transmission has been diluted in most arts (and even the Roberto Sharpe fast food metaphor) : how do you manage your transcultural way with your traditional practice in teaching ?
First I teach as a Celt. Direct. I explain what is real and what is cultural or based on belief. So I separate "this is traditional" from "this is what works best due to the anatomy and nervous system".
I let the student decide how to do it. But I do tell them exactly how I was taught. Again -but I do tell them what works best and what could work best for THEM. If they want to carry a tradition then I show them exactly how to do it in that way...but I tell them the limitations.
And globally can you tell us a few words on teaching and transmission.
Over half of teaching is non verbal. It lies in disposition, body language, tone of voice and many other intangibles. One could even say telepathy or Intuition. In martial arts touch is 1/3. Form is 1/3. "Transmission" only occurs fully when the student and the teacher have honest affection and trust between them.
It is the result of a genuine friendship and not on playing any kind of psychological dominance from either side. "Instruction" can be done with very little relationship. So there is Instruction and then there is Transmission. Instruction is like a piece of sheet music. Transmission is when the music is played by the teacher and the student begins to understand the Living Quality.
When we think about transcultural I make the association with global, is the practice a whole for you : martiality but health, sanity, healing and spirituality too ?
Yes full integration is occuring for me and it is an ongoing process...it does not happen in a single moment...rather it is an expanding portal. It is also about direct experience which may or may not confirm some theory or philosphy. And at a certain point you can describe your experience but people feel it when they are with you if they are willing to feel it.
Do you have interesting or funny stories to tell us : about your bodyguard activity for instance
One time I got stuck on an elevator in a hotel with the Dalai Lama. I was his bodyguard with some other state department men. The elevator got stuck between floors and I had to climb through the partially open door onto the next floor and if the elevator moved I would be cut in half. So I began to move through the hole and the Dalai Lama hit me very hard in the back so I went through the hole quickly and safely! so yes- I have been HIT by the Dalai Lama AND I was his bodyguard!!
Thank you very much for this interview Allen
My pleasure !

Dienstag, 14. Dezember 2010


XING YI CHUAN (Hsing I Chuan)
"Form-Intention"-Boxen


Minutenlanges Verharren in einer Körperposition, endloses Laufen in einer geraden Linie, die Füsse dabei in einem bestimmten Rhythmus aufkommend, stundenlanges Wiederholen von fünf simpel erscheinenden Schlagtechniken..... klingt langweilig, oder ?

Und doch: Xing Yi chuan oder kurz einfach "Xing Yi" (auch "Hsing I" geschrieben, je nach Schriftweise, die hier nicht von Belange ist.....) setzt nicht nur in einem Kampf auf kürzeste Distanz immense Kraft frei, sondern beinhaltet auch ein komplettes Gesundheitsprogramm zur Schulung & Stärkung von Körper und Geist ( uiuiui wird jetzt mancher Leser aufschreien; was für eine für die heutige Zeit abgedroschene Floskel....)


1. Historisches

Angeblich soll Yue Fei (1103 - 1142), ein berühmter chinesischer General und noch heute im ehemaligen Reich der Mitte ein Synonym für Patriotismus Xing Yi aus Speertechniken entwickelt haben.
Wie bei vielen Kampfkünsten typisch, bedient sich auch Xing Yi der Legitimierung durch einen "erhabenen Ursprung"; wenn ein System von einer berühmten Persönlichkeit entwickelt oder gar durch Götter überliefert wurde ( z.B. im Falle von Tenshin Shoden Katori Shinto ryu, einer Samuraischule aus dem 14. Jh. Der Ausdruck "Tenshin Shoden" bedeutet "göttliche Überlieferung"), dann muss es etwas Besonderes sein, oder nicht ?

Dass Yue Fei diese Kunst wirklich entwickelte, seine Erkenntnisse in einem Buch festhielt, welches dann 500 Jahre später von einem Mann namens Ji Jike in einem abgelegenen Tempel (gewisse Überlieferungen sprechen von einer Höhle, wiederum andere von einem Gewitter im Laufe dessen ein Blitz eine Tempelstatue spaltete in dessen Inneren dann Ji Yues Schriftrolle fand....) gefunden wurde, gehört historisch gesehen definitiv ins Reich der Legenden.

(General Yue Fei, der legendäre Begründer das Xing YI)

Als gesichert gilt jedoch, dass Ji Jike diese Kampfmethode im 17. Jahrhundert begründet hat.
Zudem deutet Vieles darauf hin, dass eine Vorform von Xing Yi existierte, die von den chinesischen Fusssoldaten gebraucht wurde. In der Tat ist heute die am meisten praktizierte Waffe in diesem System der Speer und Ji Jike selbst war ein Experte mit dieser Langwaffe, der den Beinamen "göttlicher Speer" von seinen Zeitgenossen erhielt.

Ji Jike (auch Ji Long-Fei genannt) unterrichtete u.a. Schüler aus verschiedenen Provinzen, die wiederum in ihrer Heimat Xing Yi bekannt machten, was dazu führte, dass heute zahlreiche Stile existieren.
Trotzdem ist ein Grossteil des ursprünglichen Systems, wie von Ji Jike gelehrt bis heute intakt geblieben und Kern jedes Xing Yi-Zweigs.


2. Charakteristika

Xing Yi chuan ist auf den ersten Blick ein Stil, der vor allem Handtechniken bevorzugt und für das ungeübte Auge einen harten, karate-ähnlichen Eindruck hinterlässt .
Daher überrascht, dass Xing Yi zur Familie der sogenannten "inneren Kampfkünste" gehört.
Prominentester Vertreter dieser Gruppe ist das weit verbreitete "Tai chi chuan", auch "Taiji" geschrieben (wieder diese verschiedenen Schreibweisen....).

(Schriftzeichen für "Neijia" oder "innere Kampfkunst")

In der Tat ist Tai chi chuan eine der effektivsten Kampfkünste, die je entwickelt wurden.
Das System besteht aus vier Bereichen, wovon die sogenannte Form, die bekannteste ist und bei regelmässiger Übung nachweislich Wohlbefinden und Gesundheit stärkt.
Heutzutage üben mehrere Millionen Menschen weltweit Tai chi chuan und die meisten stellen dabei die Form und damit den gesundheitsfördernden Aspekt in den Vordergrund.
Demgegenüber haben einige "innere Stile" den Kampfaspekt immer noch als dominanten Teil des Systems bewahrt, sind jedoch im Vergleich zum Tai chi weitgehend unbekannt.
Älteste dieser Disziplinen ist dabei das Xing Yi.

Traditionellerweise liegt der Schwerpunkt bei den "inneren Künsten" auf der Stärkung und Beherrschung des "Qi".
"Qi" bezeichnet in der chinesischen Kultur eine vitale Energie, welche das ganze Universum durchdringt und sich im Einzelnen als Lebensenergie manifestiert.

In Japan ("Ki"), Indien ("Prana") oder Tibet (R`Lung) findet sich die Idee einer immateriellen Substanz genauso wie auch bei den alten Kulturen Ägyptens ("Ka"), Griechenlands ("Pneuma") und den Germanen ("Wurd").
Im polynesischen Raum trägt sie den Namen "Mana", bei den Römern hiess sie "Spiritus" (hier wäre die Parallele zum Spiritus sancti, dem heiligen Geist der christlichen Dreifaltigkeit zu beachten).
Heisst dies nun, dass man nur Xing Yi, Tai chi und C.O trainieren kann, wenn man von einem energetischen Weltbild ausgeht ?

Nein. Denn die Phänomene, welche die Stärkung der Bioenergie begleiten, sind auch durch eine westlich-mechanische Terminologie beschreibbar. Zum Beispiel das "Yi", welches in Xing Yi Intention bedeutet und durch besagtes "inneres Training" geschult wird.

Eine starke Intention bedeutet die Fähigkeit alle Ressourcen (körperlich, geistig und seelisch) auf einen Punkt, ein Ziel konzentrieren zu können.
Und wir alle wissen: Je stärker unsere Intention auf ein Ziel gerichtet ist, desto grösser sind die Erfolgschancen diese auch zu erreichen.

("Der Drache", einer der 12 Tierstile)





3. Kampfaspekt


Im Kampf ist Xing Yi auf Gradlinigkeit und Nahdistanz ausgerichtet. Alle Bewegungen zielen nach vorne, der Gegner soll das Gefühl haben von einer eisernen Kugel überrollt zu werden.
Dies verleiht dem Stil eine aggressive Energie, die jedoch mit einer ruhigen Geisteshaltung einhergeht. Kampfschreie, geräuschvolles Atmen oder verzerrte Gesichtszüge sucht man beim Xing Yi vergebens. Die Bewegungen werden durch das "Yi", die Intention gelenkt und erreichen dadurch eine immense Durchschlagkraft.
Technisch gesehen dominieren im Xing Yi die Hände: die Grundschule des Systems besteht aus fünf Schlägen, die auf der 5-Elemente-Theorie des Taoismus beruhen.
Jede dieser fünf Bewegungen steht für ein Prinzip, auf dem die ganze Kampfkunst fusst. Daher ist es auch verständlich, dass von Anfang an der Schwerpunkt im Training auf die "fünf Elemente" (Wu Xing) gelegt wird.
(Der Autor verbrachte fast drei Jahre seines Xing Yi - Trainings ausschliesslich damit auf einer Linie die fünf Elemente zu "laufen"....)

Trotzdem beinhaltet das Repetoire des Xing Yi Tritte, Hebeltechniken, Würfe und Würgetechniken, sowie eine Anzahl von Waffen.


4. Training

Das Xing Yi Training bei Internalwork konzentriert sich auf zwei Bereiche:
den Kampfaspekt und die Stärkung des Intention bzw. die Schulung der inneren Ressourcen (Bioenergie). Zudem erlernen die Teilnehmenden auch eine sichere Fallschule sowie den Bodenkampf (Grappling), da gerade Selbstschutzsituationen oft auf dem Boden enden.

Jedes Training beginnt mit einem speziellen "Workout", welches nebst Beweglichkeit, Kraft und Koordination fördert und zudem spezielle Atemtechniken und energetische Übungen beinhaltet.
Dieses Workout kann auch zuhause als Teil eines täglichen Gesundheitsprogramms ausgeführt werden.
Danach folgen Fall- und Rolltechniken; auch wenn traditionelles Xing Yi chuan keine Fallschule beinhaltet, ist das Wissen um diese für jede Kampfkunst essentiell.
Was nützt mir das durchdachteste System, wenn ich das Gleichgewicht verliere und mich am Boden wiederfinde, einem Käfer auf dem Rücken gleich ?
Sich sicher aufzufangen, wenn man stürzt ist zudem auch im Alltag eine Fähigkeit, die gerade in einem Alpenland mit langen Wintern sehr nützlich sein kann.

Wie bereits erwähnt sind Fünf Schlagtechniken die Grundlage des Xing Yi und dadurch auch der Kern unseres Trainings:
Die "Wu Xing", wie die Bewegungen auf chinesisch heissen, werden zuerst alleine ausgeführt, dann an einer Pratze/Schlagpolster um von Anfang an die Durchschlagskraft zu üben - niemand entwickelt Effizienz in seinen Schlag- und Trittechniken, wenn er nur die Luft "bekämpft"....
Schliesslich üben sich die Teilnehmenden an verschiedenen Angriffen.
Mit der Zeit werden die "Wu Xing" untereinander mit Tritten, Hebeltechniken und Würfen kombiniert.

Fortgeschrittenes Training beinhaltet nebst Leichtkontakt-Sparring auch traditionelle Formen des Xing Yi chuan:
Neben den "Wu Xing" sind die sogenannten "Tierformen" ein weiteres Fundament dieser Kampfkunst. Im Gegensatz zu vielen Stilen, die ebenfalls "Tiere" in ihrem Repetoire haben, geht es im Xing Yi weniger um die Imitation von äusseren Bewegungen, als dem Studium des "inneren Charakters" des Tieres. Technisch gesehen sind die Tierformen Variationen der
Wu Xing.


Abgeschlossen wird das Training mit diversen Energieübungen (Qi Gong).
Die Wichtigste ist dabei im Xing Yi, das sogenannte "Stehen wie eine Säule" (mein Blogeintrag "Verstärke die Wirkung mit dem Ursprung" geht näher auf diese uralte Übung ein).

(Der Autor beim "Xing Yi-Qi Gong". Das stehen in "Sant Ti",
der Grundposition ist die wichtigste Energieübung in diesem Stil.)


Xing Yi eignet sich für Frauen und Männer ab 25 Jahren, die an einem ganzheitlichen Kampfkunsttraining interessiert sind, das in gleichem Masse sowohl den kämpferisch-physischen wie auch den mental - meditativen Aspekt betont und dadurch eine ganzheitliche Stärkung der Persönlichkeit fördert. Obwohl akrobatische Verrenkungen in dieser Disziplin weitgehend fehlen, fasziniert Xing Yi mit seiner schlichen Schönheit und den dynamisch-kraftvollen Bewegungen.








Freitag, 2. April 2010

Sich der Sonne zuwenden

Alte Kulturen wussten zweifelsohne um die Bedeutung von Sonnenlicht.

Dies ist ein Erklärungsansatz für die weit verbeiteten Sonnenkulte vieler Völker:

Dabei kam dem Sonnenlicht eine segnende Funktion zu, die eine religiös-mythische Rolle überschreitet und dem eine durchaus praktische Wirkung zugeschrieben werden kann.

Auf einer symbolischen Ebene verbindet der Mensch seit Urzeiten die Sonne mit Attributen wie Gesundheit, Liebe, Kraft und nicht zuletzt Leben.

Da Licht im allgemeinen und Sonnenlicht im Speziellen so fundamental ist für die Entstehung und Erhaltung von Leben, vergessen wir oft, dass gesundheitliche Folgen durch zuwenig oder zuviel Sonneneinstrahlung enstehen können.

Das Gesundheitswesen hat jedoch in den letzten 20 Jahren diesen beiden Umständen Rechnung getragen. Auf der einen Seite die Entwicklung von hochwirksamen Sonnenschutzprodukten auf der andern die sogenannte Heliotherapie; diese geniesst mittlerweile selbst in schulmedizinischen Kreisen eine gewisse Akzeptanz.

Obwohl diese Behandlungsform ein relativ neues Feld ist, gehen ihre Ursprünge auf die eingangs erwähnten alten Kulturen zurück.

Diese wussten um die essentielle Rolle der Sonne bezüglich Gesundheit und Wohlbefinden: Von den Sumerern mit ihrem Sonnengott Utu über die Babylonier, die Schamasch verehrten bis zu Helios, der in der griechischen Mythologie in einem Feuerwagen über den Horizont zog.

In diesen Zeiten bestand „Wellness“ in einem einfachen, hygienischen Lebensstil kombiniert mit dem täglichen Zuwenden zur Sonne.

1903 unternahm Dr. Rollier aus der Schweiz den ersten systematischen Versuch die Wirkung des Sonnenlichts auf den Menschen zu untersuchen indem er dieses zur Behandlung von verschiedenen Tuberkulosenarten nutzte.

Die wohltuende Wirkung erklärt sich vor allem in der Kombination mit frischer Luft, wenn man sich der Sonne aussetzt (für eine kurze Zeit wohlgemerkt !): einerseits stärkt dies die Haut, verbessert die Blutzirkulation und wirkt sich ebenfalls positiv auf die Muskulatur und verschiedene Organe aus. Zudem hilft Sonnenlicht Cholesterin in das lebenswichtige Vitamin D umzuwandeln.

Beispiel für die Entwicklung einer effizienten Technik zur Nutzung von frischer Luft und Sonnenlicht stellt der sogenannte „Sonnengruss“ in den verschiedenen Yogarichtungen dar.

Das sich der Sonne Zuwenden aktiviert ebenfalls die Zirbeldüse, welche für die Melatoninproduktion verantwortlich ist. Melatonin soll angeblich das Altern eindämmen, gegen Krebs, Schlaganfälle und Herzinfarkte vorbeugen und die sogenannten freien Radikale abfangen.

Alles gute Gründe um sich so oft wie möglich der Sonne zuzuwenden, wohlgemerkt mit geschlossenen Augen und nur solange wie es sich angenehm anfühlt.

Eine andere Möglichkeit, die gerade für Langschläfer etwas Überwindung kostet, ist das Miterleben und Beobachten des Sonnenaufgangs.

Nebst der oben beschriebenen Wirkung kann man sich so optimal auf den bevorstehenden Tag einstimmen. Z.B. in Kombination mit der Meridian - Klopftechnik (EFT)…...

Happy sun facing !

Weiter Infos zu INTERNALWORK: http://www.internalwork.ch

Sonntag, 7. Februar 2010

Meridian Klopftechnik (EFT): Wundermittel oder Augenwischerei ?

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern - vor etwa sieben Jahren an einem dieser typischen grau-in grau Dienstage, welche die Schweiz so gern zwischen November und März heimsuchen, stöberte ich in einer grossen Zürcher Buchhandlung. Als Germanist und Philosoph habe ich eine elementare Beziehung zu Büchern; dies führt dazu, dass ich überall wo ich mich aufhalte stracks in den nächsten Buchladen marschiere - egal ob ich der jeweiligen Landessprache mächtig bin oder nicht...(dies kann v.a. auf Reisen für meine Begleitung zu einer echten Geduldsprobe werden...)

An jenem besagten Dienstag stand ich also etwas unschlüssig zwischen den Gestellen und wollte mich schon zum Gehen wenden, als ich aus den Augenwinkeln einen seltsamen Titel erspähte:

Sofortige Befeiung von Ängsten, Phobien und negativen Gefühlen verhiess der Bucheinband.Mit einem Schmunzeln blätterte ich in dem Werk und aus dem leichten Grinsen wurde schnell ein ungläubiges Kopfschütteln:Da stand, dass durch Klopfen mit Fingerspitzen auf gewisse Punkte sich Probleme in Luft auflösen sollen....




Aufgrund meiner Vorbildung und meiner Reisen habe ich schon immer eine Affinität für nicht erklärbare Phänomene gehabt, aber dies ging doch etwas zu weit....schliesslich bezeichne ich mich nicht umsonst als Agnostiker:
Ich wollte es wisssen und kaufte kurzerhand das Buch.Zuhause versuchte ich die beschrieben Methode direkt an einem Übel, das mich gerade plagte: Die Auswirkungen eines "Hang over" vom Abend zuvor in Form von Kopfschmerzen.Und das Unglaubliche geschah: ich klopfte mit den Fingerspitzen sanft auf die beschriebenen Punkte und mein "Hang over" war innert kürzester Zeit Erinnerung.
Wenn das eigene Weltbild herausgefordert wird, hat man immer zwei Möglichkeiten. Entweder man ignoriert die Herausforderung und tut als nichts gewesen wäre oder man nimmt sie an auch auf die Gefahr hin, dass diese die eigene Realität für immer verändert...

Wer den Film "Matrix" kennt, erinnert sich an die Szene im Turmzimmer in der Morpheus (Laurence Fishburne) einem verwirrten Neo (Keannu Reves) die Wahl zwischen blauer und roter Pille anbietet und dadurch zwischen Verharren in alten Strukturen und Hinterfragen der eigenen Realität. Natürlich wählt Neo Letzteres und sein Universum wird nie mehr dasselbe sein.


In etwas abgeschwächter Form veränderte mein erfolgreicher Versuch meine Kopfschmerzen "wegzuklopfen" meine Weltsicht für immer.....
Sieben Jahre später schreibe ich diese Zeilen nach meinem 20. Klopfseminar, das ich bisher gehalten habe......"Klopftechnik", "Meridian-Klopftechnik", "EFT - emotional freedom techniques" sind nur einige der Begriffe unter denen diese Technik in den letzten Jahren immer wieder durch die Medien wanderte. Zugegeben auf den ersten Blick mutet das Ganze gelinde gesagt seltsam an:

Man klopft mit den Fingerspitzen auf gewisse Körperstellen und forumliert dabei Sätze wie:


"Obwohl ich ein pochendes Dröhnen in meiner linken Stirnhälfte habe,
liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz."

Dabei ist die Wirkung meist spektakulär: Kopfschmerzen verschwinden, jahrelange
Phobien lösen sich auf oder Dinge, die einen seit längerem bedrücken, haben
auf einmal keine Bedeutung mehr. Das Verstörende dabei ist, dass die ganze
Geschichte anscheinend jeglicher naturwissenschaftlich-medizinischer
Weltsicht trotzt.


"Nach 15 Jahren qualvoller Flugangst und zwei Jahren
erfolgloser Psychotherapie hat die Meridian-Klopftechnik meine Phobie
einfach gelöscht und dies in 20 Minuten. "

Für alle, die mit der einen oder andern Form der Meridian-Klopftechnik arbeiten, sind solche Statements von SeminarbesucherInnen oder KlientInnen bereits zum Alltag geworden.Was
steckt nun aber hinter diesem vermeintlichen Wunderwerkzeug ?

Ganz einfach; dasselbe wie hinter der mittlerweile weit verbreiteten Akupunktur.
Die Meridian-Technik verwendet zwar dieselben Punkte, wie ihr
chinesischer "Cousin" jedoch ohne Nadeln oder andere Hilfsmittel. Zudem kann
man das Ganze alleine ausführen - besser noch; es wurde eigentlich für die
Selbstanwendung konzipiert."Behandeln" lassen sich sowohl emotionale
wie auch physische Probleme.Hier eine Liste der Themen, bei denen die
Meridian Klopftechnik/EFT mit Erfolg angewendet wurde:

http://www.internalwork.ch/anwendung

Neugierig geworden ?Anbei eine einfach auszuführende Technik, die jeden Morgen als "emotionale Hygiene ausgeführt einen Unterschied für Ihren Alltag machen kann:

http://www.internalwork.ch/ausprobieren

Und wie heisst es so schön in "Klopfkreisen"

"Happy Tapping !"



































Freitag, 18. Dezember 2009

Verstärke die Wirkung mit dem Ursprung

Jede(r), die/der je ein Seminar im Bereich Klopfakkupressur besuchte, hat gelernt, dass die zu behandelten Punkte ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin habe, abgekürzt TCM.

So liest man auf der Seite von EFT-Gründer Gary Craig Folgendes:

"Emotional Freedom Techniques (EFT) is an emotional, needle free version of acupuncture"

Als langjähriger Kampfkünstler habe ich in den letzten fünf Jahren mein Training den sogenannten "Inneren chinesischen Kampfkünsten" (Neijia quan) gewidmet, von denen Tai chi chuan die bekannteste Disziplin ist.
Der Unterschied zwischen den inneren und äusseren Stilrichtungen besteht darin, dass sich erstere von Anfang an der Stärkung der Lebensenergie ("Qi" chin. / "Ki" jap. / "Prana" ind.)widmen, während erstere vor allem auf Kraft und Schnelligkeit Wert setzen. Diese äusseren chinesischen Kampfkünste kennt man im Westen meist unter dem Begriff "Kung Fu".

Das Training der Lebensenergie geschieht durch verschiedenste Übungen, die unter dem Oberbegriff "Qi Gong" (Arbeit mit Chi)zusammengefasst werden.
Zudem ist "Qi Gong" einer der Pfeiler der TCM.
Es gibt sprichwörtlich tausende von verschiedenen Qi Gong - Systemen und Übungen,
die ich hier grob in zwei Gruppen einteile, was für diesen Artikel ausreichend ist:
Aktives und stilles Qi Gong.

Eines der zentralen Elemente des stillen Qi Gong ist das "Zhan Zhuang", was soviel bedeutet wie "Stehen wie ein Baum".
Bei dieser Übung steht man schulterbreit mit leicht gebeugten Knien und formt die Hände vor dem Bauchnabel als würde man einen Baum umfassen.
Die Atmung ist entspannt und reicht bis in den Unterbauch, genauer zu einem Punkt c.a. 4 cm unterhalb des Nabels, der "Qi hai" heisst.

"Das ist alles ?" fragen mich oft Neulinge in unseren Trainings, wenn ich ihnen erkläre, dass dieses "simple Stehen" eine der stärksten energetischen Übungen überhaupt ist und deshalb bist vor wenigen Jahrzehnten geheimgehalten wurde.
Die Wirkung dieser Standübung kann beachtlich sein:
Durch das bewegungslose Stehen entspannt sich der Körper nach und nach und findet in seine natürliche Position zurück. Dadurch verschwinden Verspannungen und Blockaden wie von selbst und der ganze Organismus erfährt eine neue Ausrichtung.
Selbstverständlich braucht es einigen Trainings, bevor man längere Zeit stehen kann.
Optimale Übungsdauer liegt zwischen 30 und 60 Minuten - für Anfänger oft eine fernes Ziel, da zu Beginn schon nach wenigen Minuten alle Körperteile nur eins tun:nach Bewegung schreien. Der Geist, welcher sich ja auf die Atmung zu konzentrieren hat stimmt eifrig in die Forderung nach Bewegung mit ein....

Aber nach einer Weile, merkt man die ersten Veränderungen: Verspannungen lösen sich auf, der Geist wird ruhig und klar und ein Gefühl der Sicherheit und Verwurzelung macht sich breit.

So weit so gut.

Vor einiger Zeit, während des Stehens begann ich spontan mit EFT.
Dabei kombinierte ich die beiden Techniken des "Imagining the Tapping" mit der "Choices" Methode. (Beide Techniken sind Bestandteile des EFT-Advanced-Kurses)
Das Resultat war erstaunlich:

Den ganzen Tag spürte ich die Affirmationen; um einiges stärker als wenn ich "normales" EFT frühmorgens als Teil der persönlichen Hygiene durchführe.
Die gute Nachricht: 5 Minuten Stehen reicht um dann zum Klopfen überzugehen.

Da man sich beim Stehen schon sehr entspannt, kann das Klopfen nur noch tiefer aufs Energiesystem wirken: die Afformationen werden umso stärker verankert.



(Der Autor beim Stehen)

Anbei eine kurze Anleitung zum "Stehen wie ein Baum"

1. Etwa schulterbreit Stehen, am besten die Füsse parallel
2. Die Knie sind leicht gebeugt
3. Das Gesäss ist eingezogen und die seitlichen Muskeln sind gestreckt
4. Der Bauch ist entspannt (Buddha Bauch)
5. Die Schultern sind entspannt
6. Das Kinn ist parallel zum Brutsbein
7. Der Nacken wird durch einen unsichtbaren Faden nach oben gezogen
8. Regelmässige Atemzüge durch die Nase (Ein- und Ausatmen)
9. Die Arme werden vor dem Bauch (oder für Fortgeschrittene vor der Brust) gehalten.

Man sollte mit 3 bis 5 Minuten beginnen und diese bei täglicher Übung steigern.

Gerne helfe ich bei Fragen weiter.
Erreichbar bin ich über meine Website: internalwork.ch

Für einmal

Happy Standing !

Stefan Marcec
internalwork.ch